Hightech aus der Natur

Online Vortrag von Stefanie Pockrandt-Gauderer

Textilien aus 100% Polyester oder eher aus Naturfasern? Stefanie Pockrandt-Gauderer stellte im Vortrag die Frage, ob wir die neuesten technischen Errungenschaften der Textilindustrie wirklich brauchen, um uns drinnen und draußen wohl zu fühlen?

Nach einer Einleitung über die Geschichte der Kleidung wurden im ersten Schwerpunkt die ökologischen und sozialen Probleme der heutigen Kleidungsherstellung angesprochen. Eine Näherin in Bangladesch erhält für ein T-Shirt 0,18 € Lohn. Eine soziale Absicherung oder Arbeitssicherheitsstandards gibt es nicht. Hier könnten die Abnehmer der Textilien durch geringe Mehrkosten viel verbessern. Chemie wird sowohl beim Anbau als auch der Verarbeitung der Stoffe verbreitet in großem Maße und ohne Rücksicht auf Menschen und Natur eingesetzt. Oft ist der Wasserverbrauch immens. Zum ökologischen Fußabdruck gehören außerdem große Transportwege; bei einer Jeans beispielsweise 60.000 km. Kunstfasern tragen nach der Produktion auch noch beim Waschen zur Belastung der Umwelt mit Mikroplastik bei.

Dabei können Naturtextilien in ihren Eigenschaften oft mit Kunstfasern wie Polyester mithalten. Pockrandt-Gauderer erläuterte Vor- und Nachteile von Wolle, Seide, Leinen, Hanf, Baumwolle, Viskose und Polyester und gab praktische Tipps zur Verwendung und zum Kauf von Kleidung (siehe auch Quellenangaben unten). Beispielsweise welche Stoffe zum Wärmen, Kühlen oder Speichern von Feuchtigkeit geeignet sind, welche Allergien auslösen. Und natürlich, welche Naturtextilien „Superkräfte“ haben, die viele der Hightech-Plastikfasern aus dem Labor in den Schatten stellen können.

„Um zu wissen, welche Faser was kann, ist es aber auch wichtig zu wissen, wo Kleidung her kommt und wer sie gemacht hat. Fast Fashion ist ebenfalls ein Thema welches man, wenn man über Textilien spricht, nicht außer Acht lassen darf,“ so Pockrandt-Gauderer. Damit ist der Trend gemeint, dass Mode immer kurzlebiger wird. Es wird unnötig viel Kleidung produziert, die meist kaum getragen oder schon vor dem Verkauf vernichtet wird.

Die folgenden Links sollen Verbraucher*innen Hilfestellungen geben, um sich (umwelt)bewusster zu verhalten.

Bezugsquellen und Tipps:

Inhaltliche Links:

Gute Beispielmarken:

  • Dilling – Satch – Finkhof – Hessnatur – Waschbär – Living Crafts – Nordwolle – Vaude – Fjällräven – Wildling – Frilufts – Hanwag – Patagonia – Armedangels – Momox-Fashion – Vinted.de – Maloja – Mufflon – uvm.

Weitere Infos unter antiplastic.info